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How to: Jahresreflektion 2025 und Ziele setzen für 2026

  • Dr. Miriam Pahl
  • 27. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Dez. 2025

Zum Jahresende zurückblicken, ins Jetzt hineinfühlen und vorausschauen, das mache ich seit einigen Jahren. Diese Form von Achtsamkeit hilft mir, fokussierter zu sein, genauer zu wissen, was ich will, meine eigenen Ziele zu setzen und schneller zu erreichen. Ich erkläre hier, welche Fragen ich mir selbst stelle und was sie bewirken.


Was sind deine Wünsche und Ziele für das neue Jahr?
Was sind deine Wünsche und Ziele für das neue Jahr?

Ende Dezember sind Jahresrückblicke allgegenwärtig. Apps fassen die Aktivitäten der Nutzer zusammen, auf Instagram gibt es Karussellposts und Reels der besten Bilder, und überall Anleitungen und Masterminds. Eine Reflektion hat gegenüber dem Rückblick einen etwas anderen Twist. Eine Reflektion ist kein Selbstzweck - reflektieren um des Reflektierens Willen bringt uns nicht unbedingt voran. Mir hilft eine Jahresreflektion vor allem dann, wenn in meinem Leben etwas "off" ist, wenn etwas nicht ganz passt und ich das Gefühl habe, dass ich etwas ändern sollte. Sinnvoll ist sie auch, wenn sich eine Frage stellt oder wir unzufrieden sind mit dem Status Quo. Eine Reflektion ist also nicht nur Schwelgen in Nostalgie, sondern aus Erkenntnissen auch Handlungsoptionen abzuleiten und Konsequenzen zu ziehen.

It had long since come to my attention that people of accomplishment rarely sat back and let things happen to them. They went out and happened to things. - Leonardo da Vinci

Eine Jahresreflektion ist in meinen Augen eine Mischung aus esoterischem "Krams" und einer umfangreichen Mischung aus Coaching-Übungen. Ich nehme mir bewusst Zeit dafür, mache es mir gemütlich mit Tee und Kerzen. Ich hole Stift, Papier und Buntstifte zusammen, um über meinen Fragen zu brüten und wichtige Erkenntnisse bunt einzukreisen. Ich blicke dann zurück auf die letzten zwölf Monate, denke über alles nach, was jetzt gerade läuft und mache mir Gedanken über das kommende Jahr.


Rückblick

Ich mache seit der Geburt meines ersten Kindes jedes Jahr im Frühjahr ein Fotobuch für das vergangene Jahr. Das Buch für 2024 habe ich erst im Dezember 2025 fertiggestellt. Ich bin dafür durch die Fotos in meinem Speicher gegangen und war mal wieder überrascht, was alles in einem Jahr passiert ist, was wir alles erlebt haben und welche Meilensteine wir geschafft haben. Es ist immer mehr als man denkt und mit der zeitlichen Distanz bewerte ich Erlebnisse in ihrem Zusammenhang noch mal anders - vielleicht ist etwas nicht gelaufen wie gewünscht, und in der Rückschau zeigt sich, dass in der fraglichen Zeit einfach zu viel Stress war.



Mit einem Rückblick schafft man es, das erlebte Jahr noch einmal genauer zu betrachten und zu bewerten, was gut geklappt hat - und was nicht. Durch die Rückschau fallen Dinge auf, die man vorher nur gehetzt durchlebt hat. Die Zusammenhänge werden viel klarer. Man schaut auch auf die gesetzten Prioritäten und richtet sich vielleicht neu aus.


Für diese Fragen nehme ich mir Zeit und beantworte sie schriftlich:

  • Gab es einen Moment in 2025, in dem du richtig erfüllt warst?

  • Was waren (sind) deine alltäglichen Freuden in 2025?

  • Wofür hättest du dir gerne mehr Zeit genommen?

  • Was hast du in 2025 gelernt?

  • Worauf bist du stolz?


Hier und Jetzt

Deine Werte

Für einen besseren Blick auf das Hier und Jetzt ist ein Werte-Test sinnvoll. Da die eigenen Werte sich auch immer wieder etwas verschieben, kann man so einen Test auch einmal im Jahr machen. Bei dem hier verlinkten Test wählst du im ersten Schritt 10 Werte aus einer Liste aus. Im zweiten Schritt priorisierst du die ausgewählten Werte in direkter Gegenüberstellung. Das dauert zwar ein paar Minuten, funktioniert aber erstaunlich gut. Der Werte-Test - Ein guter Plan


Und was bringt das? Wenn du weißt, welche Werte dir wichtig sind, kannst du abgleichen, ob du momentan schon nach diesen Werten lebst. Nach welchen Werten lebst du bereits? Welche möchtest du im neuen Jahr besser integrieren? Du kannst Entscheidungen treffen mit deinem Werten im Hinterkopf, die dir Orientierung bieten.


Diese Fragen sind darüber hinaus sinnvoll:

  • Von außen betrachtet, was baust du auf, mit deiner Arbeit, deinem Wirken, deinem Dasein? In welche Richtung gehst du, warum, mit welchem Ziel?

  • Was baust du ab?


  • Was sind momentan deine wichtigsten Werte?

  • Welche Bedürfnisse hast du?

Die eigenen Bedürfnisse zu bestimmen bringt am meisten, wenn man das in einzelnen Lebensbereichen ausdifferenziert, z. B. Bedürfnisse in der Familie, im Job/Beruf, Partnerschaft, Körper und Gesundheit, Kreativität, etc. Überlege dir am besten, welche Lebensbereiche bei dir wichtig sind.


Aus der Vogelperspektive auf das eigene Leben schauen (aus Raise your SQ von Annie Ridout)
Aus der Vogelperspektive auf das eigene Leben schauen (aus Raise your SQ von Annie Ridout)

  • Was gibt dir Energie? Was zieht Energie?


  • Worüber machst du dir Sorgen?

Einmal die eigenen Sorgen klar zu benennen kann sehr aufschlussreich sein. Mir ist aufgefallen, wie viel Druck ich mir in einem Bereich mache, einfach weil es momentan meine größte Sorge ist, hier falsche Entscheidungen zu treffen.


  • Bist du dir selbst eine gute Freundin?


Ausblick

In meiner Doktorarbeit habe ich Science-Fiction-Romane untersucht und mich dafür auch mit Theorien und Konzepten von Zukunft beschäftigt. Nicht nur inhaltlich ist es spannend, wie wir als Individuen und Gesellschaft die Zukunft gestalten können. Auch konzeptuell ist es wichtig, sich überhaupt mit der Zukunft zu beschäftigen und darüber zu brüten, wie sie aussehen könnte. Denn genau das ist der Unterschied zwischen "gestalten" und "passieren lassen": Wer sich ein Bild von der Zukunft macht, kann entscheiden, ob man diese Zukunft möchte - oder jetzt die Weichen so ausrichten, dass die Zukunft auch anders aussehen kann.

Die Zukunft gestalten - mit Papier, Stift und Bewusstsein
Die Zukunft gestalten - mit Papier, Stift und Bewusstsein

Für den Ausblick und die Gestaltung der nächsten Monate ist es wichtig, die Erkenntnisse aus den vorherigen Fragen einfließen zu lassen. Lies alles noch einmal durch, das du bereits aufgeschrieben hast.


  • Wenn alles möglich wäre - welches Projekt würdest du beginnen, das 3-6 Monate dauert?

  • Und für 12 Monate?

  • Wie würde dein Leben in 12 Monaten aussehen, wenn du es komplett frei und nach deinen Bedürfnissen gestalten könntest?


Das 12-Wochen-Jahr

Das 12-Wochen-Jahr ist ein Konzept, in dem man Ziele und Wünsche nicht für das ganze Jahr, sondern für drei Monate festlegt, um das Momentum zu wahren. Ich bin durch die Blog-Ikone Judith Peters darauf aufmerksam geworden, die das Konzept hier beschreibt:

Ich setze mir selbst mittlerweile im 12-Wochen-Rhythmus Ziele und vermute, dass ich dadurch alles besser im Blick behalte, als wenn ich Jahresziele festlegen würde.


Drei verschiedene Zukünfte für Dich nach dem Odysseus-Plan

Mit dieser Coaching-Übung stellst du dir drei unterschiedliche 5-Jahres-Pläne vor. Die unterschiedlichen Visionen eröffnen neue Perspektiven und helfen so, Entscheidungen zu treffen.


  1. Der einfache Weg: Stell dir vor, du würdest nichts an deinem Leben verändern und auf dem Weg bleiben, den du gerade gehst. Wie sieht dein Leben in fünf Jahren aus?

  2. Der alternative Weg: Jetzt stell dir ein ganz anderes Leben vor. Wenn du jetzt etwas riskieren würdest, dich auf eine andere Stelle bewerben oder woanders hinziehen würdest. Wenn du keine Angst hättest - was würdest du tun? Wie sieht dein Leben dann in fünf Jahren aus?

  3. Der radikale Weg: Deine Wild Card! Wenn du dir ein Leben vorstellst, in dem Geld, Verpflichtungen, und die Meinung anderer Leute keine Rolle spielt; wenn du keine Erwartungen erfüllen müsstest - wie würde dein Leben in fünf Jahren aussehen?


Diese Übung zielt nicht darauf ab, grenzenlos zu fantasieren, sondern sich bewusst zu werden, welche anderen Optionen es für dein Leben gibt und bewusster die Zukunft zu gestalten.


Dein Studium und deine Abschlussarbeit sind vielleicht eine wirklich anstrengende Komponente in deinem Leben. Mit den unterschiedlichen Übungen und Fragen wird dir hoffentlich wieder bewusster, warum du dein Studium angefangen hast, was dein Warum ist, wo du (später) damit hinwillst.


Quellen / Inspiration:

In Annie Ridouts Buch Raise your SQ gibt es ein Kapitel "Design your dreamlife". Manche der Fragen hier sind an dieses Kapitel angelehnt.

Nuria Fischer hat auf ihrem Instagram-Account erzählt, welche Fragen sie sich halbjährlich selbst stellt. Daraus entstand die Idee für diesen Blogartikel.


Über mich


Ich bin Miriam, Expertin für wissenschaftliches Arbeiten, Lektorin für wissenschaftliche Texte und Schreibberaterin aus Bremen.

Mit meinem Lektorat Am Schreibtisch unterstütze ich Studierende und Doktorand:innen bei ihren Abschlussarbeiten und bei der Veröffentlichung ihrer ersten Fachartikel.


Mein Fokus liegt dabei auf einem präzisen Ausdruck, der komplexe Sachverhalte verständlich vermittelt.


Du willst, dass deine wissenschaftliche Arbeit nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern fundierte, analytische Argumentationen entwickelt? Dann schreib mir eine Nachricht - und lass uns in unserer Zusammenarbeit deine Forschung erfolgreicher machen.


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